Wow, gestern geschah etwas, dass mir schon lange nicht mehr passiert ist. Ich habe geträumt. Ja, So richtig im Schlaf geträumt. Nachdem ich erst um 10 Uhr aufgewacht bin – es ist Sonntag- lag ich wohl noch eine Stunde im Bett und ließ diesen Traum auf mich wirken. Es ist unglaublich, welch herrliches Gefühl er mir gibt.
Da der Traum sehr intensiv war und ich noch alle Einzelheiten weiß, möchte ich ihn dir schildern, liebes Tagebuch:
Ich befand mich in einer Burg – genauer gesagt in einer kleinen Halle, in der sich eine Gruppe Menschen versammelt hatte und fernsah. Es war ziemlich dunkel in der Halle nur das schwarz-weiße Flimmern des Fernsehers beleuchtete den Raum. Die anwesenden Leute starrten bewegungslos in den Fernseher. Es war sehr unheimlich, denn die Menschen hatten keine Gesichter. Statt einem Gesicht hatten sie eine schwarze, dunkle Grube. Doch eine Person hatte ein Gesicht und unterschied sich von den anderen Personen deutlich: Es war eine bildhübsche, blonde Frau im weißen Nachthemd. Ich fühlte mich sofort zu ihr hingezogen. Unerwartet kam sie auf mich zu und sprach: „Hallo, ich bin Nightmoon“. Mir fehlten die Worte. Ich verlor mich sofort in ihr freundliches, lächelndes Gesicht. Doch plötzlich zog sie eine Handfeuerpistole und begann auf mich zu schießen. Erschrocken ergriff ich die Flucht und suchte eine Tür, die mich aus der Halle führt. Als ich schließlich eine fand, konnte ich die Frau abwimmeln. Ich verließ stürmisch die Burg und erblickte das Tageslicht. Es bot sich mir ein Anblick, den ich nie wieder vergessen werde. Eine wunderbare Landschaft lag vor mir: Berge, Wälder, Seen, Wiesen, Burgen und Schlösser kennzeichneten dieses wunderbare Land. Ein wahrlich altes, mystisches und sagenhaftes Land.
Die Burg, aus der ich gekommen war, befand sich auf einen Hügel. Ich bemerkte einen anderen Hügel, der sich genau gegenüber befand. Auf diesen war ebenfalls eine Burg und drei riesige, fantastische Wesen, dich jedoch bei weitem größer waren als die Burg. Sie kämpften oder spielten miteinander – Ich kann es nicht genau sagen. Zwischen den beiden Hügeln befand sich ein Tal, in der sich ein gewaltiger Wald erhob. Ich verspürte jedenfalls den eiligen Drang, diesen Hügel zu erklemmen. Eine starke Kraft zog mich dort hin. Ich wollte – nein, ich musste einfach hin.
Ich begann zu laufen, als sich mir plötzlich 4 Männer in mass-geschneiderten Herrenanzügen von hinten näherten. Sie saßen auf prächtigen Rössern und schwangen ihre diamantverzierten Äxter und Schwerter. Sie liefen direkt auf mich zu brüllten „Bleib Sicher, Bleib Sicher, Herr Kellerthor!“. Ich hatte große Angst und flüchtete Richtung Abhang. So schnell wie nur möglich, lief ich, doch die Männer kamen immer näher und als sie gerade zum Todeshieb ausholen wollten, sprang ich so kräftig wie nur möglich, sodass sogar im Boden ein Abdruck meiner Schuhe blieb. Ich sprang hoch und weit, es ist mir vorgekommen, als würde ich fliegen. Der Boden entfernte sich weiter und weiter von mir, denn der Hügel fiel ins Tal ab. Ich verspürte eines der schönstes Gefühle, die ich je erlebt hatte: Das Gefühl der Freiheit. Der hohe, unbändige Flug verbunden mit der Tatsache, sich immer weiter von der Gefahr zu entfernen.
Ich landete mitten im Wald. Kühle Luft und feuchter Boden, Schatten, Bäume und Bäche – es war alles klar hier. Ich bemerkte, dass ich nackt war, was mir sehr gefiel. Doch obwohl der Wald so schön war, wollte ich nur noch rauf zum anderen Hügel, als ich plötzlich wieder die blonde Frau im Nachthemd sah. Ich wollte weglaufen, doch irgendwie musste ich da bleiben. Sie kam langsam zu mir und drückte ihre Lippen gen meine, als mich plötzlich ein qualvoller Schmerz überkam. Sie hat mir in den Bauch geschossen. Ich krümmte mich vor Schmerzen und fiel zu Boden. Doch als sie zum nächsten und wohl letzten Schuss ansetzen wollte, flüsterte ich mit leiser Stimme: „Die Nacht findet nun ihr Ende!“. Sie schrie auf, ließ die Waffe fallen und verschwand im Dickicht des Waldes. Ich hatte zwar keine Schmerzen mehr, doch konnte ich mich nicht bewegen. Doch dann kamen zwei Wölfe und „fraßen“ mir die Kugel aus dem Bauch, um mich dann am Genick zu packen und mich zum anderen Ende des Tales brachten, an dem sich der zweite Hügel erhob.
Hier konnte ich plötzlich wieder selber gehen. Ab da an ging alles ziemlich schnell. Ich rannte so schnell wie nur möglich den Hügel hinauf, als ich eines der riesengroßen Wesen erblickte. Ehrfürchtig stand ich vor ihm, als es sich zu mir drehte und etwas in fremder Sprache zu mir sprach. Dann reichte es mir seine große Hand.
Ja, und so endet mein Traum. Ziemlich rätselhaft, na liebes Tagebuch. Ich habe den ganzen Tag schon so ein gutes Gefühl in der Magengrube, als würde der Traum mir sagen: „Kellerthor, es wird schon alles wieder gut!“. Eines ist jedenfalls sicher, dass war nicht einfach nur ein Traum.