24. Februar – Freund
Hi, Tagebuch.
Gestern ist mein sehr guter Freund Joe – ein Freund aus den guten, alten Zeiten – wieder heimgekehrt. Er war jetzt zirka drei Jahre im Ausland um dort … ähm, das weiß ich bis heute noch nicht so genau, was er getan hatte.
Jedenfalls bekam ich vor zwei Tagen den Anruf, dass er wieder im Lande sei. Sofort mussten wir einen trinken gehen.
Nach einer herzigen Begrüßung, begann ich ihn zu fragen, was er die drei Jahre so gemacht hatte.
„Was ich getan habe? Mann, ich habe wahrlich alles gesehen und gemacht. Ich verbrachte Nächte unter belgischen Brücken mit Obdachlosen, residierte in 5-Sterne-Hotels mit den edelsten Nutten Londons, hab mich fast ins Koma gesoffen, sah mir die schönsten Städte Europas an und hab die wohl beschießensten Aushilfejobs der Welt gehabt.“
„Hört sich gut an. Warum bist du wieder zurück?“
„Hab kein Geld mehr – hab alles verpulverisiert. Hab mir nämlich bei weitem mehr gegönnt, als ich mir eigentlich leisten hätte können.“
„Nunja, ein guter Wirtschafter warst du ja noch nie…„
„Tja, die kleinen Nebenjobs waren auch nicht gerade das Gelbe vom Ei…“
Eine kurze Sprechpause entstand.
„Joe, warum bist du damals abgehauen, ohne irgendjemanden etwas zu sagen?“
„Tja – was soll ich sagen… es gibt keinen Grund. Noch zwei Kurze, Kellner!“
Joe schweifte ab. Er war nämlich von einem Tag auf den anderen abgehauen, ohne irgendetwas seiner Familie – geschweige denn seinen Freunden zu sagen. Er war einfach weg – und keiner wusste wo. Seit diesem Tag war unser Freundeskreis nicht mehr derselbe, denn er hielt uns irgendwie alle zusammen. Wir verloren uns alle aus den Augen.
Aber jetzt drauf geschießen. Ich war froh, dass er wieder da war. Wir sprachen über alte Zeiten und tranken die ganze Nacht durch, bis ich an der Bar einschlief, vom Barhocker fiel und mir eine kolossale Beule am Kopf einfing.
Nacht,
