Die letzten Tage waren schlimm. Ich versank in eine tiefe Depression. Ich hatte mein Selbstvertrauen und meine Lust und Freude am Leben nun total verloren gehabt. Ich hatte einen Nervenzusammenbruch – alles kam zusammen. Derzeit geht es mir wieder etwas besser. Nachdem ich mich krankgemeldet hatte, verbrachte ich die ganzen Tage nur im Bett und auf der Couch. Ich habe auch etwas zu viel getrunken. Doch, Tagebuch, was mir am meisten Angst machte war, dass ich mir immer öfter Gedanken um meinen Tod machte und ihn zeitweise voller Überzeugung als Erlösung betrachtete. Doch diese Gedanken hab ich sogleich wieder verworfen. „Suicide is the only way out“ – was für ein verdammter Spruch.
Du fragst, wie es mir mit meiner Ehe geht? Es hat sich nichts verändert – Aber danke, der Nachfrage.
Morgen beginnt die Arbeit wieder – wird mir bestimmt gut tun – ich hatte einfach zu viel Zeit mit mir selbst verbracht.
Vielleicht werde ich heute sogar noch etwas unternehmen. Werde eventuell noch ins Pub ein paar Straßen weiter schauen. Ach, was heißt hier vielleicht? Ich werde bestimmt noch auf ein paar Biere hinschauen – Muss sowieso mal wieder aus dem Haus.
Gute Nacht.
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Julia ist zurückgekommen… gestern nachts. Ich tat als würde ich schlafen, aber sie hat es bestimmt gewusst, dass ich nicht schlafe. Heute beim Frühstück lief wieder alles wie jeden Tag ab: Ein kurzes, belangloses Gespräch und sich Verabschieden.
Nein, liebes Tagebuch, ich hab sie nicht angesprochen, wo sie denn die ganze Zeit war. Ich hatte mich nicht getraut. Ich hatte Angst, sie würde wieder verschwinden. Ich will sie nicht verlieren. Ja, liebes Tagebuch, ich habe Angst vom Alleinsein. Ich glaube, ich würde an Einsamkeit zu Grunde gehen.
Verdammt, Tagebuch, hör mich reden. Ich sitze hier, weine, und weiß nicht, wie es weitergehen soll. Mir wird schlecht, wenn ich an mein Leben denke. Ja, liebes Tagebuch, ich glaub das war’s.
Gute Nacht.
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Gestern habe ich mich getraut, ich habe Julia um ein kurzes Gespräch gebeten. Etwas zögerlich, sagte sie mir zu.
Ich: „Julia, hast du dir unsere Beziehung so vorgestellt?“
Julia: „Was ist das für eine blöde Frage?“
Ich: „Ich meine, bist du glücklich mit mir?“
Julia: „… Georg, ich habe jetzt keine Zeit für das.“ Sie versuchte mich, abzuwimmeln.
„Siehst du, nicht einmal reden kann man mehr mit dir?“
„Was willst du eigentlich von mir“ – die Lautstärke unserer Konversation erhöhte sich stetig.
„Was ich will, fragst du mich. Ich möchte wissen, warum du immer öfter spät nachts heimkommst?“
„Das geht dich doch gar nichts an!“
„Verdammt, du bist meine Frau! Du hast mir gegenüber Pflichten!“
„Ha! Was für Pflichten bitte? Was machst du bitte für mich. Du bist doch…“
„… Scheiße, sag es mir, betrügst du mich?!“
Stille ist eingekehrt…
„Was hälst du bloß von mir!“
Mit diesen Worten hat sie die Wohnung verlassen. Sie ist die ganze Nacht weggeblieben und noch immer nicht heimgekommen. Ich hoffe, sie kommt wieder zurück.
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Hi, Tagebuch!
Bin gerade heim von der Arbeit.
Derzeit ist wieder mal nicht sehr viel los bei mir, außer vielleicht, dass ich heute in der Früh meinen Reifen picken durfte, weil mir wieder irgendein Arschloch einen Patschen gestochen hatte. Danke, du Sack! Natürlich bin ich dadurch auch viel zu spät in die Arbeit. Der Tag hatte perfekt begonnen.
Doch was bringt es, sich den ganzen Tag nur zu beschweren – besser geht es mir dadurch auch nicht. Aber recht viel anderes habe ich halt nicht zu erzählen. Mir passiert doch nur Negatives in meinem erbärmlichen Leben. Ich hab zumindest das Gefühl, dass es so ist. Wenn du mir antworten könntest, würdest du mich bestimmt fragen, was denn mit mir los sei, da ich doch eh so ein gutes Leben habe – Arbeit, Zuhause und eine Frau. Doch, liebes Tagebuch, ist das wirklich alles, das das Leben lebenswert macht? Vielleicht wäre ich sogar mit Weniger glücklicher.
Du darfst dich aber nicht wundern, liebes Tagebuch. Ich war nicht immer so. Nein, du hättest mich in meiner Jugend erleben müssen. Ich habe ein sehr unbeschwertes Leben geführt, war viel glücklicher und das Leben war bei weitem aufregender und abwechslungsreicher. Doch seitdem die Gesellschaft mir etwas abverlangt, geht es bergab. Ich denke, die Routine hat mich erfasst: Arbeiten – Fressen - Schlafen Scheißen – Arbeiten - ….
Doch wie du siehst, benutze ich dich bloß, um zu jammern. Wird dir bestimmt bald zu langweilig ^^. Darum wird deine Existenz für mich immer fraglicher.
Gute Nacht.
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Warum ich dich erstellt habe, fragst du? Ehrlich gesagt, bin ich überfragt. Vielleicht brauche ich einfach nur jemanden zu reden - auch wenn du mir keine Antwort geben kannst, aber wahrscheinlich habe ich dich bloß aus Langeweile und werde dich bald wieder vergessen. Denn bei mir ist es leider üblich, dass ich Dinge beginne und sie nicht zu Ende führe. Ein großer Fehler, den bestimmt nicht nur ich in meinen Genen trage, sondern wohl auch die Hälfte der Menschheit.
Nun gut, so soll es also beginnen. Dann will ich mal ein bisschen Buch über mein Leben führen!
Objekt: Georg Kellerthor; Wohnort Wien; 25 Jahre alt; verheiratet; Versicherungsangestellter;
Das sind doch schon alle Daten, die man in der heutigen Gesellschaft wissen muss, um seiner Meinung einen Menschen so richtig gut zu kennen, oder?
Wie war also so mein Tag? Fangen wir ganz von vorne an:
Der Wecker läutet, ein neuer Tag in Georg Kellerthor’s Leben hat begonnen. Eigentlich ein gutes Gefühl, dass zu sagen? …
Das Aufstehen war heute wieder besonders hart. Sogleich nach dem ersten Augenzwinkern überkam mich wieder dieses verdammte Gefühl der Unzufriedenheit. Woher mag das wohl stammen? Nach der täglichen Pflege im Badezimmer, schlenderte ich in die Küche, wo ich wie jeden Tag von meiner Frau mit einem Schweigen begrüßt wurde und sich daraus eine spitze Konversation ergab. Darf ich zitieren:
Ich „Was gibt’s zu essen?“
Julia „Tost!“
„Hast du mir eh nicht wieder zu viel Käse reingetan?“
„Verdammt, mach dir halt den Tost selbst, wenn dir meiner nicht Recht ist! – Wie komm ich eigentlich dazu, dir Frühstück zu machen. Ich muss genauso arbeiten wie du, sonst könnten wir uns diese Wohnung nie leisten! …“
Ab da an hab ich aufgehört zu zuhören. Hab den Tost liegen lassen und bin die Wohnungstür raus.
Also ging ich runter, und packte mein Rad aus. Du fragst dich, warum ich im strengsten Winter mit dem Rad in die Arbeit fahre?
Nun ja, es ist folgendermaßen: Julia und ich verdiene beide zu wenig Geld, uns zwei Autos zu leisten, und da mein Weg zur Arbeit um 2 Kilometer kürzer ist, als Julias, musste ich mich für das Rad entscheiden. Und mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahre ich bestimmt nicht, denn die hasse ich. Warum weiß ich selbst nicht so genau.
Endlich angekommen in der Arbeit, durfte ich mich wieder vom Chef anschnauzen lassen, weil ich 3 Minuten zu spät kam. Verdammt, ich hasse sie alle! Sonst ist nichts besonders geschehen in der Arbeit, wie jeden Tag eben.
Jetzt hab ich mir noch ein Fertiggericht in die Mikrowelle geschoben und Fern gesehen. Werd mich dann mal ins Bett begeben, weil mir bei weitem kein Grund einfällt, noch länger aufzubleiben. Ich habe auch keine Ahnung wo sich Julia noch um diese Zeit wieder herumtreibt. Wir reden nicht mehr besonders viel miteinander. Ich glaube sie betrügt mich. So hatte ich mir mein Leben wirklich nicht vorgestellt.
Ja, liebes Tagebuch. Das war also mein Tag – wie jeder andere verschießen Tag in meinem Leben.
Auf eine gute Nacht!
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